MIWO

Roman Lang – ELEVATORESK 2021

Lutfridstraße 7, 53121 Bonn

kunstundwohnen #15

Innerhalb der Reihe „kunstundwohnen“ hat die MIWO den Künstler Roman Lang beauftragt, das Treppenhaus der Lutfridstraße Nr. 7 auszugestalten. Der Künstler hat sich für eine eindrucksvolle farbig-illusionistische Wandmalerei entschieden, die deutliche Anleihen an die Op Art nimmt und, wie diese, räumliche Strukturen allein durch Malerei „vortäuscht“.

Für seine Bonner Raumgestaltung plant Roman Lang farbig gefasste Rechteckkörper, die diagonal aus der Wand nach vorne oder
nach oben zu kragen scheinen. Diese Raumwirkung wird sich am deutlichsten beim Herauf- bzw. beim Herabsteigen im
Treppenhaus zeigen und so die Bewegung der Bewohner mit aufnehmen. Die Farbpalette bewegt sich zwischen gedeckten Blau- und Orangetönen, hellem Türkis und Grün sowie violetten und roten Feldern. Wand und Decke werden von der Malerei
angeschnitten, als ob diese über die Grenzen der Architektur des Treppenhauses sich fortsetzen würde. Der Künstler will diese
Gestaltung eigenhändig Anfang 2021 ausführen und wird von einer Malerfirma dabei unterstützt.

Diese durch Malerei erzielte Räumlichkeit als Element der Op Art war in den 60iger Jahren des letzten Jahrhunderts en vogue. Als eine wichtige Strömung der modernen Malerei bezieht sie sich wiederum auf die gegenstandslose, also abstrakte Malerei des frühen 20. Jahrhunderts, genannt sei hier an erster Stelle Kasimir Malewitsch mit seinem berühmten schwarzen Quadrat als einem der ersten gegenstandslosen Gemälde und seiner Theorie des Suprematismus.

In seinen anderen künstlerischen Arbeiten – Wandinstallationen, Wandzeichnungen und Wandreliefs überwiegt bei Lang die Lust an raumbildenden Konzeptionen oder deren Illusion und der Dekonstruktion verschiedener collageähnlicher Konstrukte. Diese erzielt Lang mit einem gekonnten Zusammenspiel unterschiedlichster Elemente wie Holz- und Multiplexplatten, Strukturen und Oberflächen.

In Anbetracht dessen kann man sehr gespannt sein, welche (Raum-) Wirkung die neueste Arbeit in der Lutfridstraße entfalten wird.

Roman Lang (geb. 1976 in Neumarkt/ Oberpfalz) hat bei Ben Willikens an der Akademie der Bildenden Künste in München studiert und war Stipendiat der Studienstiftung. Lang hat an zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen teilgenommen; er lebt und arbeitet in Düsseldorf und Bonn.

Text: Beate Eckstein

www.roman-lang.com

Fotografin: Mareike Tocha, Köln